Substitution statt Stigma | mit Suchtmediziner Dr. Manfred Nowak
Shownotes
Was passiert, wenn immer weniger Ärztinnen und Ärzte Substitutionsbehandlungen anbieten, obwohl mehr Menschen Hilfe benötigen?
Dann konzentriert sich die Versorgung auf immer weniger Praxen. Und für Menschen mit einer Opioidabhängigkeit kann dadurch eine wichtige medizinische Anlaufstelle wegbrechen.
In dieser Folge von TALK MIT DOC BARTELS spricht Dr. Andreas Bartels mit dem Suchtmediziner Dr. Manfred Nowak. Er leitet seit vielen Jahren eine Suchtambulanz in Landau und zeigt, wie die Substitution Patientinnen und Patienten stabilisieren kann.
Eine zentrale Frage des Gesprächs lautet, warum sich so wenige Praxen an der Versorgung beteiligen. Dr. Nowak sieht einen Grund in den hohen Anforderungen an die Behandlung, einen weiteren in den hartnäckigen Vorurteilen gegenüber Menschen mit einer Suchterkrankung. Dabei kennt er aus seiner Praxis eine ganz andere Realität: Den typischen Suchtpatienten gibt es nicht. Opioidabhängigkeit betrifft Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft.
Deshalb plädiert Dr. Nowak dafür, die Substitutionsbehandlung auf mehr Praxen zu verteilen. Als Vorbild nennt er das Schweizer Modell. Dort beginnen Schwerpunktpraxen die Therapie und stellen die Patientinnen und Patienten stabil ein. Anschließend können Hausarztpraxen die weitere Behandlung übernehmen.
Auch digitale Lösungen könnten den Praxisalltag erleichtern. Dr. Nowak berichtet von einer App für digitale Urinkontrollen, die den Aufwand für Praxen und Patientinnen und Patienten verringern kann. Außerdem erklärt er, warum die Suchtmedizin bereits im Medizinstudium mehr Raum erhalten sollte.
Das Gespräch zeigt, wie eine verlässliche ambulante Substitutionsversorgung gelingen kann. Dafür braucht es praktikable Strukturen, mehr ärztliche Beteiligung und einen Blick auf die Menschen, der sich nicht von Klischees leiten lässt.
ℹ️ Hier geht es zur Video-Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=J76F7j_4oxI
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